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Züge (Cables)
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von Sheldon "Feind der Reibung" Brown
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Gute Zuginstallation für zuverlässiges Bremsen und Schalten

Schalt- und Bremszüge zeigen oft den Unterschied zwischen einem hastig zusammengesetzten Fahrrad und einem, dass von einem Mechaniker aufgebaut wurde oder von jemandem, der darauf geachtet hat, was er tut.

Besonders jetzt, wo neue Lenkerformen scheinbar jede Woche auf dem Markt erscheinen, muss ein guter Mechaniker die Theorie von der Verlegung von Zügen verstehen. Man kann sich nicht länger auf "Daumenregeln" für die korrekte Zugführung verlassen.

Obwohl Leute viel auf die Art der Bremsen und Schaltwerke achten, die auf einem bestimmten Fahrrad montiert wurden, sind gute Praktiken für die Verlegung der Züge wichtiger, als die meisten Unterschiede zwischen verschiedenen Brems- und Schaltsystemen. Die teuersten Bremsen und Schaltwerke sind unzuverlässig, wenn in den Zügen zu viel Reibung oder zu viel Spiel herrscht, und selbst die billigsten Baugruppen können normalerweise zufriedenstellend arbeiten, wenn bei der Installation der Züge sorgfältig gearbeitet wurde.

Die überwiegende Teil an Problemen bei Bremsen und Schaltungen sind das Ergebnis hoher Reibung in den Zügen und keine Mängel an Hebeln, Bremsarmen oder Schaltwerken.

Arbeitsweise von Zügen

Die an einem Fahrrad verwendete Züge bestehen aus zwei Teilen. Das innere Seil besteht aus verdrehten Stahldrähten. Die äussere Hülle besteht ebenfalls aus biegsamem Stahl, normalerweise spiralförmig gewunden. Das innere Seil verläuft in der Aussenhülle. Beide Teile sind gleichermassen wichtig, keines kann ohne das andere funktionieren.

Isaac Newton sagte einmal "Für jede Aktion gibt es eine gleichartige und entgegengesetzte Reaktion". Im Falle von Fahrradzügen bedeutet dies, man kann nicht an einem Innenseil ziehen, ohne einen entsprechenden Gegendruck an der Aussenhülle.

Um Gewicht zu sparen, verwenden viele Fahrräder teilweise den Rahmen als Ersatz für die Aussenhülle. Dies wird durch Anbringen von Anschlägen am Rahmen oder der Gabel erreicht. Ein Anschlag ist ein Sockel für das Ende der Aussenhülle mit einem kleinen Loch oder Schlitz, durch dass das innere Seil geführt werden kann, aber nicht die Aussenhülle. Der "Druck" der Aussenhülle wird auf den Rahmen übertragen, so dass das innere Seil bis zum nächsten Anschlag laufen kann, der den "Druck" vom Rahmen zurück zum nächsten Stück der Aussenhülle überträgt.

Diese "blanke" Seilführung kann überall vorgenommen werden, wo das Seil in einer geraden Linie verläuft und nicht gebogen werden muss. Aussenhüllen sind für die Verbindung zwischen Lenker und Rahmen erforderlich, um die Drehbewegungen des Lenkers auszugleichen, während das Fahrrad gesteuert wird. Aussenhüllen werden üblicherweise auch dort eingesetzt, wo die Zugrichtung des Seils geändert werden muss.

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Hüllenarten

Konventionelle Spiralhüllen

Auf den ersten Blick nehmen viele Leute an, dass Zughüllen aus Kunststoff hergestellt werden. Tatsächlich ist es aber Stahl und der Kunststoff ist nur eine Hülle um diesen vor Korrision zu schützen und um Kratzer in der Lackierung des Rahmens zu vermeiden.

Traditionelle Zughüllen bestehen aus einer eng gewundenen Spirale aus Stahldraht. Sie haben keine besondere Stärke gegenüber Zugkräften, aber sie können in der Länge nicht zusammengedrückt werden, da die Windungen des Stahldrahts eng aneinanderliegen.

Während der 1970er wurde das innere Seil direkt durch die Stahlspirale geführt, normalerweise unter Verwendung von Fett zur Schmierung. Moderne Zughüllen verwenden dagegen für den Innenbereich eine Hülle aus Kunststoff, die das innere Seil umschliesst. Dies verringert die Reibung erheblich. Einige "High-End"-Zugsysteme, wie Gore-Tex "Ride-On", erweitern diese Führung selbst auf die Bereiche, wo das Seil ohne Hülle verläuft. Diese Systeme verfügen auch über eine spezielle Beschichtung auf den Seilen zur weiteren Verminderung der Reibung.

Kompressionslose "Index-kompatible" Hüllen

Mit dem Erscheinen indexierter Schaltungen, kombiniert mit Schalthebeln, die am Lenker montiert wurden, zeigt sich, dass konventionelle Zughüllen eine Quelle für ungenaues Schalten waren. Dies kommt daher, dass die effektive Länge der Hülle sich ändert, wenn sie gebogen wird. Bei Bremsen ist das kein Problem: Auch wenn man mitunter feststellt, dass die Hinterradbremse leicht angezogen wird, wenn man den Lenker vollständig zur Seite dreht, ist es nicht möglich, ihn während der Fahrt so weit zu bewegen.

Diese kleinen Veränderungen in der Länge der Zughülle waren aber zu viel für eine zuverlässige, indexierte Schaltung, weshalb Shimano "S.I.S."-Hüllen [Anm. d. Übers.: S.I.S. - Shimano Index System] eingeführt hat, die mittlerweile von vielen anderen Herstellern kopiert werden. Diese Art von Zughüllen besteht nicht aus einem einzelnen, spiralförmig gewundenen Draht, sondern aus einem Bündel einzelner Drähte, die parallel zur Zughülle verlaufen. Sie werden dadurch fixiert, dass sie zwischen der inneren und der äusseren Kunststoffhülle eingeschlossen sind.

"Kompressionslose" Zughüllen ändern ihre Länge beim Verbiegen nur unwesentlich, so dass die indexierten Schalthebel in der Lage sind, die richtige Einstellung an das Schaltwerk weiterzugeben, selbst wenn der Lenker gedreht wird und die Zughüllen durch die Erschütterungen während der Fahrt auf- und abspringen.

Warnung: Da kompressionslose Hüllen nur durch Kunststoff zusammengehalten werden, sind sie nicht so stark, wie konventionelle Spiralhüllen und sollten niemals für Bremsen verwendet werden! Die Kräft, die die Seile beim Bremsen ausüben, können kompressionslose Hüllen zum Bersten bringen, was zu einem vollständigen und sofortigen Verlust der Bremsfunktion führt.

Kürzen von Zügen und Vorbereiten der Enden

Eine sehr häufige Ursache für übermässige Reibung oder "Schwammigkeit" sind unzureichende Schnitte oder Fehler beim Vorbereiten der Enden.

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Zugführung

Die vier Gebote der Zugführung:

  1. Der Lenker muss in beide Richtungen so weit wie möglich gedreht werden können, ohne durch einen straffen Zug daran gehindert zu werden. Die Bewegungsfreiheit darf nur durch dass Anstossen des Lenkers am Oberrohr oder durch die Bremsarme oder Reflektoren/Scheinwerfer am Unterrohr begrenzt werden.
  2. Keine Biegungen in die falsche Richtung. Beispiel: Wenn der Bremszug vom Oberrohr in Richtung der Hinterradbremse geführt wird, sollte er in einem weichen Übergang parallel vom Oberrohr zum Sattelrohr verlaufen. Wenn der Zug erst vom Oberrohr nach oben gebogen wird, bevor er am Sattelrohr nach unten geführt wird, ist er möglicherweise zu lang. Wenn die Biegung an der Bremse so gross ist, dass er nicht gerade zur Bremse verläuft, sondern dafür erst ein Stück zurückgebogen werden muss, ist er mit Sicherheit zu lang.
  3. Biegungen, die nicht vermeidbar sind, sollten so weit (in Grenzen) wie möglich sein.
  4. Die Zughüllen sollten so kurz wie möglich sein, ohne eine der obigen Regeln zu verletzen.

Verlegung von Bremszügen

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Verlegung von Schaltzügen

Über oder unter dem Innenlager?

Unbeabsichtigtes Schalten

Schaltzüge, die direkt über oder unter dem Innenlager verlaufen, tragen manchmal zu unbeabsichtigtem Schalten, spontane Wechsel zu höheren Gängen durch das Schaltwerk unter grosser Last bei. Dieses Thema wird in einem eigenen Artikel behandelt.

"Kreuzweise" Züge

Bei den meisten Fahrräder mit Schalthebeln am Lenker verläuft der Schaltzug für hinten auf der rechten Seite, der Schaltzug für vorne auf der linken Seite. Dies bewirkt eine ungünstige Verlängerung der Züge von den Schalthebeln zu den Anschlägen am Rahmen. Damit die Zughüllen lang genug sind, um genügend Bewegungsfreiheit beim Lenker zu erhalten, ist eine zusätzliche Biegung erforderlich--beispielsweise läuft der Zug für das Schaltwerk vom Schalthebel auf der rechten Seite nach vorne und über die Mittellinie des Fahrrads und dann zurück über die rechte Seite des Oberrohrs, bevor er nach unten geführt wird. Diese zusätzlichen Biegungen erhöhen die Reibung und der starke Kontakt zwischen der Hülle und der Seite des Oberrohrs kann die Lackierung beschädigen.

Eine elegante Lösung dieses Problems ist es, die Züge "kreuzweise" zu verlegen: Das Kabel für das Schaltwerk wird vom Schalthebel (auf der rechten Seite) um das Oberrohr herum und zum Anschlag auf der linken Seite des Unterrohrs geführt.

Die blanken Seile werden dann unter der Mitte des Unterrohrs gekreuzt und formen ein "X". Die Seile können sich an der Kreuzungsstelle berühren, aber nur sehr leicht, da sie beide gerade sind...das kleine bisschen an Reibung an dieser Kreuzung wird durch die Verminderung der Reibung durch die glattere Führung der Zughüllen mehr als ausgeglichen.

Diese Technik funktioniert nicht mit Zügen, die über dem Innenlager verlegt werden, ist aber bei den meisten neueren Fahrrädern möglich, die über Anschläge für die Züge auf der Unterseite des Unterrohrs verfügen.

Es gibt auch einen sehr ausführlichen Artikel über die Justierung des Schaltwerks.

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Der SRAM Bassworm und Nightcrawler

SRAM, der Hersteller von Grip Shift Drehschaltgriffen, bietet spezielle Zubehörteile für die schwierige Schaltzugverlegung am hinteren Teil des Fahrrads an.
  1. Der "Bassworm" wird direkt auf dem Anfang der hinteren Zughülle eingesetzt, die zum Schaltwerk führt. Dieses clevere Teil erfüllt zwei Funktionen:
    • Es versiegelt die Vorderseite der Zughülle und verhindert das Eindringen von Verschmutzungen.
    • Es bietet ausserdem eine vollständig justierbare "Hilfsfeder" um die Rückholfeder des Schaltwerks in Situationenzu unterstützen, wo die Reibung für zuverlässiges Hochschalten nicht ausreichend reduziert werden kann.
  2. Der "Nightcrawler" ist eine etwas einfachere Variation davon, die nur eine Versiegelung der Zughülle ohne die zusätzliche Federwirkung bietet.

Schmierung

Schmierung der Zughüllen

In den vergangenen Tagen, bevor die Zughüllen mit einer Kunststofführung im Inneren ausgestattet werden, war es notwendig, das innere Seil mit leichtem Fett oder schwerem Öl zu schmieren.

Bei modernen, mit Kunststoff ausgekleidete Zughüllen, ist die Verwendung von Fett unangebracht, da die Viskosität des Fettes eine träge Bewegung des Seils bewirkt. Dies ist besonders bei modernen Brems- und Schaltsystemen kritisch, die schwächere Rückholfedern nutzen und gilt generell für indexierte Schaltungen.

Viele Hersteller raten mittlerweile von der Schmierung der Züge ab. Bei versiegelten Systemen, wie Gore-Tex ® sollte es natürlich vermieden werden. Fahrräder, die häufig Feuchtigkeit ausgesetzt sind, profitieren dagegen oft von etwas Öl, das eher als Rostschutz und weniger als Schmierung eingesezt wird. Der Bereich, der besondere Aufmerksamkeit benötigt, ist das kurze Hüllenstück von der Kettenstrebe zum Schaltwerk.

Einige Fahrräder haben eine sehr ungünstige Zugführung, die dazu führt, dass die Zughüllen an den Anschlägen in einem starken Winkel eintreten. Dies ist besonders bei Cantilever-Bremsen oft der Fall. Es ist dann oft hilfreich, den Stück des Seils, dass durch eine solche enge Biegung verläuft, etwas zu fetten.

Schmierung der übrigen Teile

Viele der Teile, die mit der Verlegung von Zügen zusammenhängen, benötigen eine Schmierung bei der Montage.

Nehmen Sie den Aufwand in Kauf, es richtig zu machen

Auf die Gefahr hin, mich selbst zu wiederholen, möchte ich noch einmal darauf drängen, allen Aspekten der Verlegung von Zügen besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Sorgfalt bei der Verlegung der Züge ist wichtiger als die neuesten Titan-Teile zu bestitzen!

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Übersetzung von Arno Welzel

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Copyright © 1995, 2006 Sheldon Brown
German version May 7, 2004

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Last Updated: by Harriet Fell